Erlebnispädagogik

Kleine Abenteuer, große Nachwirkung
„Der junge Mensch braucht seinesgleichen –
nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser,
Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch
ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen,
Stofftieren oder auf asphaltierten Straßen und Höfen.
Er überlebt es, doch soll man sich dann nicht wundern,
wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen
nicht mehr lernt.“

(Alexander Mitscherlich)
 


Mit den Händen im Matsch wühlen, Hütten bauen, klettern – zur natürlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gehört es, Abenteuer nicht indirekt durch Medien zu erfahren, sondern selbst zu erleben.

Lebensumwelt und Freizeitverhalten haben sich in den letzten zwanzig Jahren drastisch verändert, so dass Fantasie, Kreativität sowie Kommunikationsfähigkeit oder soziale Kompetenz sich nicht richtig ausbilden können.

Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist es aber nicht gleichgültig, welche Erfahrungen sie in der täglichen Umwelt machen oder mit welchen Spielen und Medien sie in Berührung kommen. Kinder brauchen unmittelbares Erleben und abenteuerliche Erfahrungen mit Freunden. Eigene Grenzen ausloten, aber auch von anderen ermutigt werden, macht stark.

Durch Gemeinschaft eigene Stärken erkennen

Kinder und Jugendliche, die ihre eigenen Stärken kennen, kommen besser mit den Anforderungen des Alltags zurecht. Langeweile und ein Mangel an Halt und Orientierung führt dagegen häufig dazu, dass sie die fehlende Aufregung und Abwechslung in zerstörerischen Aktivitäten suchen – wie zum Beispiel Gewalt gegen Sachen und Personen, Konsum von Alkohol, Tabletten oder Drogen.

„Wilde“ Spiel- und Erfahrungsräume ohne überzogene Normen, Regeln und Anpassungsdruck sind für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit und Lebenskompetenz von großer Bedeutung. Dort gewonnene Erkenntnisse helfen schwierige Alltagssituationen zu meistern, sich Problemen zu stellen und diese zu lösen sowie den respektvollen Umgang mit Mensch und Natur.

„Ich träume mir ein Land,
da wachsen tausend Bäume,
da gibt es Blumen, Wiesen, Sand
und keine engen Räume.
Und Nachbarn gibt’s, die freundlich sind,
und alle haben Kinder,
genauso wild wie du und ich
nicht mehr und auch nicht minder.“

(Erika Krause-Gebauer in:
Eckhard Schiffer „Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde“)